Wenn Pasta einmal anders als italienisch schmecken soll, sind griechische Nudelgerichte eine hervorragende Wahl. Reisförmiges Kritharaki, hausgemachte Eiernudeln und würzige Ofengerichte verbinden Tomate, Olivenöl, Feta und Kräuter zu unkomplizierten Mahlzeiten. Ich zeige, welche Sorten sich wofür eignen, wie sie richtig gegart werden und welches Rezept auch an einem normalen Wochentag zuverlässig gelingt.
Die wichtigsten Grundlagen auf einen Blick
- Kritharaki sehen aus wie Reis, bestehen aber aus Hartweizengrieß.
- 80 bis 100 Gramm trockene Pasta pro Person reichen als Hauptgericht meist aus.
- Für ein cremiges Kritharoto wird die Flüssigkeit nach und nach eingerührt.
- Giouvetsi verbindet Pasta, Tomatensauce und Fleisch oder Gemüse im Ofen.
- Feta, Zitrone, Knoblauch und Oregano bringen den typischen griechischen Geschmack.
Was griechische Nudeln besonders macht
Die bekannteste Variante ist Kritharaki, auch als Orzo oder Risoni erhältlich. Die kleinen Nudeln erinnern optisch an Reiskörner, werden aber aus Hartweizengrieß hergestellt und verhalten sich beim Kochen wie Pasta. Genau das macht sie so vielseitig: Sie passen in Suppen, Salate, Aufläufe, Beilagen und eigenständige Hauptgerichte.
Ich mag an dieser Form vor allem, dass sie Sauce sehr gleichmäßig aufnimmt. Eine einfache Tomatensauce wirkt damit oft satter als mit langen Nudeln, ohne dass man viel Käse oder Sahne braucht. Wichtig ist nur, Kritharaki nicht unbeaufsichtigt zu kochen, denn die kleinen Nudeln setzen am Topfboden schnell an.
Neben Kritharaki gibt es in Griechenland weitere traditionelle Pastasorten. Hilopites sind kleine, meist quadratische Eiernudeln. Auf Kreta findet man unter anderem handgedrehte Skioufichta, während manche Inselregionen eigene kurze oder breite Nudelformen pflegen. Diese Spezialitäten sind in deutschen Supermärkten nicht immer erhältlich, lassen sich aber oft durch kurze Bandnudeln oder kleine Eiernudeln ersetzen.

Die passenden Sorten für jedes Gericht
| Sorte | Typische Verwendung | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Kritharaki | Auflauf, Salat, Beilage, Tomatengericht | Regelmäßig rühren und nicht zu lange garen |
| Hilopites | Schmorgerichte mit Huhn oder Rind | Passt besonders gut zu kräftigen Saucen |
| Skioufichta | Rustikale Gerichte mit Gemüse oder Fleisch | Die unregelmäßige Form nimmt viel Sauce auf |
| Trachanas | Suppen und sämige Eintöpfe | Je nach Sorte aus Weizen und fermentierter Milch |
Für den Einstieg empfehle ich Kritharaki. Die Packungen sind in Deutschland gut erhältlich, meist kosten 500 Gramm etwa 1,50 bis 3,50 Euro und die Zubereitung ist unkompliziert. Vollkornvarianten bringen mehr Biss, brauchen aber oft etwas länger und nehmen mehr Flüssigkeit auf.
Bei der Auswahl zählt weniger die Marke als die Garzeit. Für Salate nehme ich eine Sorte, die bissfest bleibt. Für Ofengerichte darf die Pasta etwas kräftiger sein, weil sie in der Sauce noch nachgart. Genau hier liegt ein häufiger Fehler: Wer die Nudeln vorher vollständig weich kocht, erhält später schnell eine schwere, klebrige Masse.
Drei griechische Klassiker, die wirklich unterschiedliche Ergebnisse liefern
Giouvetsi aus dem Ofen
Giouvetsi ist ein herzhafter Ofentopf mit Kritharaki oder Hilopites, Tomatensauce und meist Lamm, Rind oder Huhn. Das Fleisch wird zunächst angebraten oder geschmort, anschließend gart die Pasta in der würzigen Sauce. Zimt, Piment oder Lorbeer können dem Gericht eine warme Tiefe geben, sollten aber sparsam dosiert werden.
Die vegetarische Version mit Aubergine, Zucchini und weißen Bohnen funktioniert ebenfalls sehr gut. Ich würde das Gemüse vorher kräftig anrösten, denn nur dann bekommt der Auflauf genug Röstaromen und schmeckt nicht wie eine bloße Tomatennudelpfanne.
Kritharoto als griechische Antwort auf Risotto
Beim Kritharoto werden die kleinen Nudeln ähnlich wie Risottoreis zubereitet. Zwiebel und Knoblauch werden in Olivenöl angeschwitzt, die Pasta kurz mitgeröstet und anschließend mit Brühe oder Tomatensud nach und nach gegart. Durch das Rühren löst sich Stärke, wodurch eine cremige, aber nicht sahnige Konsistenz entsteht.
Besonders gut passen Spinat, gebackene Paprika, Garnelen oder Kichererbsen. Feta sollte ich erst am Ende darüberbröseln, damit er teilweise schmilzt, aber noch kleine salzige Stücke behält. Wer ihn komplett unterrührt, verliert einen Teil des Kontrasts.
Griechischer Nudelsalat
Für einen mediterranen Nudelsalat werden Kritharaki mit Tomaten, Gurke, roten Zwiebeln, Oliven und Feta kombiniert. Ein Dressing aus Olivenöl, Zitronensaft, Oregano und etwas Knoblauch reicht völlig aus. Die Pasta muss vollständig abkühlen, bevor der Feta dazukommt, sonst wird er weich und das Gemüse verliert seinen frischen Biss.
Als Hauptgericht rechne ich mit ungefähr 90 Gramm trockener Pasta pro Person. Für ein Buffet genügen meist 60 bis 70 Gramm, wenn zusätzlich Brot, Dips oder gegrilltes Gemüse auf dem Tisch stehen.
Ein einfaches Kritharaki-Rezept für vier Personen
Zutaten
- 300 Gramm Kritharaki
- 1 Zwiebel und 2 Knoblauchzehen
- 2 Esslöffel Olivenöl
- 400 Gramm gehackte Tomaten
- 600 bis 700 Milliliter Gemüsebrühe
- 1 Teelöffel getrockneter Oregano
- 1 rote Paprika
- 100 Gramm Feta
- Salz, Pfeffer und etwas Zitronensaft
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Zubereitung
- Zwiebel, Knoblauch und Paprika klein schneiden und im Olivenöl bei mittlerer Hitze etwa 5 Minuten anschwitzen.
- Kritharaki dazugeben und ungefähr 2 Minuten mitrösten. Die Nudeln sollen leicht glänzen, aber nicht dunkel werden.
- Tomaten, Oregano und zunächst 500 Milliliter Brühe einrühren. Alles aufkochen lassen.
- Bei niedriger bis mittlerer Hitze etwa 10 bis 12 Minuten garen und regelmäßig umrühren. Falls die Pasta zu trocken wird, weitere Brühe nachgießen.
- Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken. Vor dem Servieren fünf Minuten ruhen lassen und mit zerbröseltem Feta garnieren.
Die genaue Flüssigkeitsmenge hängt von der Nudelsorte und der gewünschten Konsistenz ab. Ich beginne lieber mit weniger Brühe und gieße nach, denn eine zu flüssige Pasta lässt sich schwer retten. Das Gericht schmeckt frisch am besten, hält sich aber abgedeckt etwa zwei Tage im Kühlschrank. Beim Aufwärmen helfen ein paar Esslöffel Wasser oder Brühe.
Diese Fehler machen das Ergebnis unnötig schwer
Der häufigste Fehler ist zu langes Garen. Kleine Nudeln nehmen Flüssigkeit besonders schnell auf und werden innerhalb weniger Minuten von bissfest zu weich. Für einen Auflauf sollten sie deshalb entweder direkt in ausreichend Sauce garen oder nur knapp vorgekocht werden.
Auch bei Feta und Oliven lohnt Zurückhaltung mit Salz. Beide Zutaten bringen bereits viel Würze mit. Ich schmecke die Sauce erst nach dem Einrühren dieser Zutaten endgültig ab und gebe Zitronensaft erst ganz am Ende dazu, weil sein frisches Aroma sonst beim langen Kochen verschwindet.
Ein weiterer Irrtum ist die Erwartung, dass jedes Gericht automatisch leicht und mediterran wirkt. Viel Öl, große Mengen Feta und fettes Fleisch machen auch diese Küche gehaltvoll. Wer es ausgewogener mag, kann mit mehr Gemüse, Hülsenfrüchten und Kräutern arbeiten, ohne den Charakter des Gerichts zu verlieren.
Bei glutenfreier Ernährung ist Vorsicht nötig. Klassisches Kritharaki besteht normalerweise aus Hartweizen und ist daher nicht glutenfrei. Reisnudeln sind kein gleichwertiger Ersatz, weil sie anders quellen und die Sauce weniger binden. Besser eignen sich ausdrücklich gekennzeichnete glutenfreie Pastaalternativen.
So wird aus der Pasta ein norddeutscher Wohlfühlteller
Auch im Norden Deutschlands funktionieren die griechischen Aromen erstaunlich gut. Im Herbst kombiniere ich die Nudeln gern mit Ofenkürbis, Lauch und weißen Bohnen. Das ergibt ein kräftiges, wärmendes Gericht, bei dem die mediterrane Säure von Zitrone und Feta für Balance sorgt.
Für Gäste lässt sich die Pasta unkompliziert vorbereiten. Die Sauce kann einige Stunden vorher gekocht werden, während Kritharaki erst kurz vor dem Servieren gegart werden. So bleibt die Konsistenz angenehm und aus einem einfachen Nudelgericht wird ohne viel Aufwand ein geselliger Hauptgang.
Mein persönlicher Favorit ist die Kombination aus Tomate, gerösteter Paprika, Kichererbsen und Feta. Sie ist preiswert, sättigt gut und braucht kein Fleisch, damit Geschmack entsteht. Wer daraus ein vollständiges Menü machen möchte, serviert dazu einen einfachen Gurkensalat mit Joghurt und frischem Dill.
Für den ersten Versuch würde ich mit einem Kritharaki-Tomatengericht beginnen und die Pasta lieber etwas zu bissfest als zu weich vom Herd nehmen. Mit guter Brühe, ausreichend Säure und einem späten Feta-Topping entsteht schnell ein aromatischer Teller, der griechische Küchentradition mit alltagstauglicher Pasta verbindet.